„Erneuerbare Ernergien sind Freiheitsenergien, weil sie uns nicht nur von unserer Abhängigkeit von Öl und Gas befreien, sondern gleichzeitig unsere Unterstützung für autokratische Herrscher wie Putin oder arabische Ölscheichs beenden.“
Das ist die Eingangsthese von Eva Lettenbauer, grüne Landesvorsitzende von Bayern, bei ihrem Vortrag beim grünen Kreisverband in Rosenheim. 2025 seien 6,5 Mrd. Euro für Öl- und Gasimporte ins Ausland geflossen, dagegen sei Sonnen- und Windenergie aus Bayern günstig, sauber und sicher.
Schon der bisherige Ausbau mit 1,3 Mio. Solaranlagen sei eine Erfolgsgeschichte, denn damit werde ca. ein Drittel des deutschen Solarstroms in Bayern erzeugt. Das beruhe aber vor allem auf der privaten Initiative einzelner Bürgerinnen und Bürger und sei keine Leistung der Staatsregierung, die sich oft damit rühme.
Alerdings reiche die Produktion durch erneuerbare Energien mit 60 TWh noch nicht aus, um den Verbrauch von 80 TWh in Bayern zu decken. Deshalb sei ein weiterer Ausbau von Windkraft und Solarenergie dringend notwendig.
Leider gingen die Pläne von Wirtschafts- und Energieministerin Katherina Reiche eher in eine andere Richtung. Sie hat nicht nur das Wind- und Solarreferat in ihrem Ministerium abgeschafft, sondern will auch die Einspeisevergütung von privaten Solaranlagen unter 25 KW abschaffen und Netzbetreibern – unter bestimmten Bedingungen – erlauben, neue Anlagen für 10 Jahre vom Netzbetrieb auszuschließen.
Dabei funktioniere die Energiewende vor Ort sehr gut, sei es, dass die Kommunen über ihre Stadtwerke oder Beteiligungen erneuerbare Energie erzeugen oder die Bürgerinnen und Bürger selbst in Energiegenossenschaften.
Zur Zeit gibt es bereits 346 Energiegenossenschaften, über die die Bürger selbst in die Energiewende investieren und von oft erstaunlich hohen Renditen von 3 bis 6 Prozent profitieren können. Diese Entwicklung hat Eva Lettenbauer an vielen konkreten Beispielen von Wildpoldsried bis Haßberge sehr eindrücklich belegt.
Die anschließende Diskussion drehte dich um konkrete Aspekte der Energiewende und reichte von der Frage, warum es bei uns kaum smart-meter gibt, wie der Stand des Ausbaus mit Batteriespeichern im Freistaat sei, bis zur Frage, wann endlich das bidirektionale Laden von E- Autos möglich sei. Denn damit könnten eine zusätzliche Menge an Speichern erschlossen werden, was das Stromnetz deutlich stabilisieren würde.